Erfahrungsbericht

Anonym, Vater eines Sohnes
 
Das Leben mit anderen Augen sehen lernt man erst dann, wenn etwas geschieht womit man nicht rechnet und was einen gravierenden Einschnitt für das eigene Leben bedeutet.
 
Diese Erfahrung haben wir gemacht als unser einziges Kind geboren wurde und man uns mitteilte, dass unser Kind keine Überlebenschance habe, da er ohne Nieren zur Welt kam. Eine Laune der Natur, wie es so schön heißt.
Es fehlen einem die Worte um zu beschreiben was da in einem vorgeht.
Inzwischen ist unser Sohn 17 Jahre alt und hat gerade am Auftaktseminar „Endlich Erwachsen“ des KfH mit großer Begeisterung teilgenommen.
 
Wie es dazu kam? Nun, zu diesem Thema könnte man ein ganzes Buch schreiben, mit all dem was zwischen der Geburt und dem Heute passiert ist. Um es kurz zu erzählen, es folgte bereits im Säuglingsalter Peritonraldialyse mittels eines Cyclers und im Alter von dreieinviertel Jahren eine Nierentransplantation. Möglich war dies alles nur, weil zur richtigen Zeit jeweils die richtigen Ärzte und Menschen die richtigen Entscheidungen getroffen haben und der Glaube daran, dass alles gut werden wird immer vorhanden war. Natürlich gab es auch sehr oft Momente der Angst, der Hilflosigkeit und der Verzweiflung: wie es weitergehen soll und was uns erwartet in der Zukunft.
 
Bei all den Ängsten von uns Eltern wurden wir jedoch durch die positive Ausstrahlung, die Stärke und die Tapferkeit unseres Sohnes immer wieder daran erinnert, nicht zu verzweifeln und optimistisch in die Zukunft zu schauen.
 
Die Schulzeit liegt nun bald hinter unserem Sohn und eine gute Ausbildungsstelle ist, Gott sei Dank, bereits gefunden. Bald naht die Volljährigkeit, und der Abschied aus der vertrauten Familie der Kinderambulanz steht bevor. Volljährigkeit, welch unwirklicher Begriff. Plötzlich soll zu einem bestimmten Stichtag die Verantwortung der Eltern für ihr Kind enden und dies angesichts der Tatsache, dass Kinder mit dieser Vorgeschichte wesentlich mehr umsorgt und behütet werden und dies ihrerseits aber auch einfordern.
Vor diesem Hintergrund ist das Projekt „endlich erwachsen“ eine willkommene Hilfe und Unterstützung für die Eltern und dient dazu, transplantierten Jugendlichen zu mehr Selbstständigkeit und Selbstvertrauen zu verhelfen, damit sie für die zukünftigen Anforderungen im Leben gewappnet sind.   

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