Erfahrungsbericht
Benny, 21
Ich wurde am 6.September 1988 in Aschaffenburg geboren.
Es hat sich sehr schnell bemerkbar gemacht dass ich nicht ganz gesund bin, als Säugling nahm ich kaum Nahrung zu mir und habe viel erbrochen. Meine Mutter ging mit mir zum Kinderarzt, der stellte fest, dass ich fast ausgetrocknet war.
Sofort wurde ich ins Aschaffenburger Klinikum eingewiesen, wo sich rausstellte, dass ich eine Schrumpfniere habe. Das heißt, meine Nieren wachsen nicht so mit, wie sie eigentlich sollten.
Meiner Familie und mir wurde schnell klar, dass ich irgendwann an die Dialyse muss. Dank der Medikamente, die ich seit meiner Geburt an einnehmen muss, und der guten ärztlichen Behandlung, musste ich bis zu meinem 18. Lebensjahr kaum zur Dialyse. Meine Werte haben sich halbwegs gehalten, so dass ich sogar dreimal mit auf Ferienfreizeiten mitfahren konnte. Dies war eine wichtige Erfahrung für mich, weil ich andere kranke Jugendliche kennen lernte, verschiedene Krankheitsbilder und das Gefühl hatte, dass ich nicht alleine war! Dann stiegen meine Werte langsam und ich wurde auf Diät gesetzt, sprich eiweiß-, kalium- und phosphatarme Kost.
Als ich 2005 meine Ausbildung zum Bäckereifachverkäufer begann, waren meine Werte noch im Rahmen. Leider änderte sich das ziemlich schnell und nun standen meine Familie und ich vor der Entscheidung: Dialyse oder Lebendspende. Für meinen Vater, er ist Frührentner, war schnell klar, dass er mir eine Niere spenden möchte. Durch die Transplantation am 25. Juli 2006 konnte ich meine Ausbildung beenden. Mir wäre es auch sehr schwer gefallen, an der Dialyse zu sein. Und dafür danke ich Gott, dem Ärzteteam und vor allem meinem Vater, denn er hat mit ein zweites Leben ohne Maschine ermöglicht – Danke!
Ein gutes Jahr hat es gedauert, bis mein Körper die Niere angenommen hat. In diesem Jahr lag ich sehr viel im Krankenhaus und musste vier Biopsien über mich ergehen lassen. Dadurch habe ich natürlich viel Zeit während meiner Ausbildung verloren. Ich konnte aber die Lehrzeit verlängern und die Prüfung zum Gesellen absolvieren. Heute geht es mir sehr gut und meine Werte sind stabil.

