Schule und Dialyse
Krankheitsbedingte Einschränkungen und Fehlzeiten können zu schulischen Problemen führen. Chronisch nierenkranke Kinder haben Anspruch auf gezielte Fördermaßnahmen, die es ihnen ermöglichen, ihren Schulabschluss zu machen.
Unterrichtshilfe bei Hämodialyse
Die zwei- bis dreimal wöchentlich stattfindende Dialysebehandlung dauert je vier bis fünf Stunden, daher verpassen die Kinder möglicherweise auch Unterrichtsstunden. In den meisten Kinderkliniken beginnen die Dialysesitzungen jedoch erst nach der Schule. So sollen Fehlstunden, die auch aus anderen Gründen anfallen können, möglichst begrenzt werden. Der Unterricht während der Dialyse beschränkt sich in den Hauptfächern auf das Wichtigste in Form einer Aufgabenhilfe.
In den meisten Kinderkliniken wird der Kontakt zu den Klassen- und Berufsschullehrern gesucht. Durch regelmäßige Information und die Zusammenarbeit zwischen Klinikmitarbeitern und Lehrern lassen sich Missverständnisse vermeiden und man erreicht mehr Verständnis für die betroffenen Kinder.
Unterrichtshilfe bei Peritonealdialyse
Die Fehlzeiten in der Schule fallen bei der Bauchfelldialyse in der Regel geringer aus. Bei schulischen Problemen kann die Kinderklinik in besonderen Fällen beraten und vermitteln. Bei längeren Klinikaufenthalten, z.B. für die Anlage des Tenkhoff-Katheters oder die Behandlung einer Bauchfellentzündung, wird regelmäßig Schulunterricht in der Klinik erteilt.
Hausunterricht – Unterricht für kranke Kinder
Schülerinnen und Schüler, die längere Zeit nicht die Schule besuchen können oder durch ihre Erkrankung regelmäßig Unterricht versäumen, können Haus- oder Sonderunterricht erhalten. Während einer stationären Behandlung können die Kinder auch auf der Station von Lehrern der Schule für Kranke unterrichtet werden.
Unter Umständen müssen sie später zu Hause zusätzlich unterstützt werden. Dieser Sonderunterricht muss dann von den Eltern mit einem ärztlichen Attest in der Heimatschule beantragt werden.
Außerschulische Förderangebote
Ergotherapie (Beschäftigungstherapie), Sport-, Musik- oder Kunsttherapie sowie das Spielen mit den Kindern ist Teil des Behandlungskonzeptes der Kinderkliniken, sowohl während der stationären Aufenthalte wie auch während der Hämodialysebehandlungen. Unterstützt werden die Kliniken dabei häufig von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Kinderschutzbundes.
Während der Hämodialyse können die Kinder je nach Fähigkeiten, Wünschen und Bedürfnissen handwerklich, musisch oder spielerisch arbeiten. Ziel ist es, dass die Patienten lernen, ihre Zeit an der Dialysemaschine positiv zu gestalten und zu erleben. Diese Aktivitäten helfen, den physischen und psychischen Stress, der mit der Behandlung verbunden ist, zu verringern. Wichtig sind aber auch der Kontakt zu anderen Kindern, die Entwicklung eines Zusammengehörigkeitsgefühls und die Gestaltung eines familiären Rahmens, in dem Kinder sich wohl fühlen. Die kreativen und sozialen Aktivitäten bieten einen Ausgleich zu den medizinischen Anforderungen der Hämodialyse.
Gemeinsame Unternehmungen außerhalb der Dialyse – mit oder ohne Familienmitglieder – bilden einen weiteren wichtigen Faktor zur Förderung der Integration und Krankheitsbewältigung. Viele Kliniken organisieren, oft zusammen mit den Betroffenen, Ausflüge, Feste und Sportangebote. Der Kontakt zwischen Familien in unterschiedlichen Phasen der Erkrankung erleichtert es, eine Zukunftsperspektive zu entwickeln. Dazu ist es wichtig, auch präterminal nierenkranke und transplantierte Kinder und Jugendliche zu integrieren. In Phasen des Wartens und der Hoffnungslosigkeit hilft der Kontakt zu Transplantierten, den Mut und die Hoffnung auf das Leben mit einer neuen Niere nicht zu verlieren. Auf der anderen Seite gewinnen Kinder und Angehörige auch eine realistische Vorstellung davon, was das Leben mit einer transplantierten Niere bedeutet.
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